Der Online-Handel gewinnt immer mehr an Bedeutung – auch im Erkältungsmarkt. Was früher ein rein stationäres Geschäftsfeld war, wird zunehmend von Online-Käufen dominiert. Immer mehr Menschen greifen auf Versandapotheken und Online-Shops zurück, wenn es darum geht, Erkältungsprodukte zu bestellen. Der Grund? Bequemlichkeit, schnelle Lieferzeiten und die Möglichkeit, sich präventiv einzudecken, ohne das Haus verlassen zu müssen.
Doch nicht nur die steigenden Zahlen zeigen diesen Trend – auch die Art und Weise, wie Menschen Erkältungsprodukte online kaufen, verändert sich. Neben den Klassikern werden vermehrt Kombinationspräparate, Hustenmittel und sogar Prophylaxe-Produkte im Netz bestellt. Und dieser Wandel ist längst nicht mehr auf bestimmte Regionen oder Altersgruppen beschränkt.
Dieser Artikel beleuchtet, wie sich der Online-Erkältungsmarkt in den letzten Jahren entwickelt hat, welche Produkte dominieren und warum der Versandhandel zunehmend zur bevorzugten Wahl vieler Konsument*innen wird. Ein spannender Blick auf einen Markt, der sich mitten im digitalen Umbruch befindet.
Der Erkältungsmarkt
Der Erkältungsmarkt umfasst eine breite Palette von Präparaten zur Linderung und Behandlung von Erkältungsbeschwerden, die alle aus dem Markt Respirationssystem stammen. Diese Produkte lassen sich nach ihrer Funktion und ihrem Anwendungsgebiet einteilen. Dazu gehören Halsschmerzpräparate (R02A), wie Lutschtabletten, Sprays und Lösungen, die speziell zur Linderung von Halsschmerzen und Entzündungen im Halsbereich entwickelt wurden. Grippepräparate (R05A) sind meist Kombinationspräparate, die zur Behandlung grippeähnlicher Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und allgemeinem Unwohlsein eingesetzt werden. Expectorantien ohne Antiinfektiva (R05C) dienen zur Schleimlösung und erleichtern das Abhusten von festsitzendem Schleim in den Atemwegen.

Auch Präparate zur Behandlung von Infektionen im Nasenbereich, ohne Einsatz von Corticosteroiden (R01A4), sowie abschwellende Rhinologika (R01A7), die speziell bei Erkältungen oder Allergien helfen, gehören zum Erkältungsmarkt. Darüber hinaus spielen salzhaltige Rhinologika (R01A8) eine wichtige Rolle, da sie mit ihren Salzlösungen zur Befeuchtung und Beruhigung der Schleimhäute beitragen. Andere topische Rhinologika (R01A9) werden ebenfalls lokal im Nasenbereich angewendet.
Produkte zur äußerlichen Anwendung (R04A1 - R04A9) umfassen eine Vielzahl von Mitteln, die zur Linderung von Erkältungsbeschwerden beitragen. Dazu zählen spezielle Badezusätze, die entspannend wirken, Salben oder Öle, die auf die Haut aufgetragen werden, um Atemwege zu befreien oder Muskelverspannungen zu lösen, sowie Präparate zur Inhalation, die die Atemwege befreien und beruhigen. Ergänzend werden auch Produkte aufgeführt, die keiner der anderen Kategorien eindeutig zugeordnet werden können.
Hustenmittel spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Dazu gehören Antitussiva ohne zusätzliche Wirkstoffe (R05D1), die den Hustenreiz direkt unterdrücken, sowie Kombinationspräparate (R05D2), die zusätzlich Wirkstoffe zur Symptomlinderung enthalten. Andere Husten- und Erkältungspräparate (R05F1) bieten ebenfalls Linderung, auch wenn sie nicht eindeutig in die klassischen Kategorien fallen. Schließlich existieren auch Umstimmungsmittel Erkältung (R05F2), die der allgemeinen Stärkung des Körpers dienen oder Erkältungssymptome lindern sollen.
Diese Klassifikation verdeutlicht, dass der Erkältungsmarkt bzw. der Markt für Produkte des Respirationstrakts eine breite Produktpalette bietet, die sowohl spezifische Symptome behandelt als auch zur allgemeinen Linderung beiträgt.
Der Erkältungsmarkt im Wandel
Der Erkältungsmarkt war traditionell die Domäne der Offizin-Apotheken, da Menschen bei akuten Symptomen schnelle Abhilfe suchen. Der Gedanke, mehrere Tage auf eine Lieferung zu warten, ist für viele schlicht keine Option. Doch unsere Analyse zeigt, dass sich dieser Trend zunehmend verändert.
Besonders auffällig ist der Umsatzanstieg des Versandhandelsanteils am gesamten Erkältungsmarkt beispielsweise im Oktober: von 16,4 % (2022/23) auf 19,4 % (2023/24) und weiter auf 19,9 % (2024/25). Dieser steigende Trend setzt sich auch in den Folgemonaten fort. Im Dezember zeigt sich ebenfalls ein kontinuierlicher Anstieg: 13,0 % (2022/23) auf 15,5 % (2023/24) und schließlich 16,5 % (2024/25). Der Umsatzanteil im Januar stieg ebenfalls merklich von 16,6 % (2022/23) auf 18,6 % (2023/24) und weiter auf 19,0 % (2024/25). Auch in den Monaten Februar und März ist dieser wachsende Trend klar erkennbar.
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Der Anstieg zeigt, dass immer mehr Menschen Erkältungsprodukte online bestellen – sei es aus Bequemlichkeit, weil sie sich präventiv eindecken oder um während einer Erkältung nicht in Apotheken gehen zu müssen. Auch der komfortable Preisvergleich und einfache Bestellprozess tragen vermutlich zu dieser Entwicklung bei.
Absatz- und Umsatzentwicklung im Versandhandel
Bei der Untersuchung des Versandhandelsmarktes zeigte sich, dass der Absatz in der aktuellen Erkältungssaison 2024/25 im Vergleich zu den Vorjahren durchweg höher ist – mit Ausnahme des Dezembers. Auch die Umsatzentwicklung spiegelt dieses Wachstum wider: Der durchschnittliche Umsatz stieg von 37.953.972 € (2022/23) auf 43.082.739 € (2023/24) und erreichte in der Saison 2024/25 beeindruckende 49.618.073 €. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von 15,2 % gegenüber dem Vorjahr.
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Besonders bemerkenswert ist, dass die Saison 2024/25 mit Ausnahme des Dezembers in jedem Monat den höchsten Umsatz aller betrachteten Erkältungswellen erzielte. Der höchste Umsatz wurde im Januar 2025 mit 50.386.619 € erreicht, was auf eine besonders starke Nachfrage zu Jahresbeginn hinweist. Diese positive Entwicklung scheint nicht durch Lieferengpässe beeinflusst zu sein, sondern auf ein organisches Wachstum zurückzuführen zu sein.
Die Analyse zeigt zudem, dass es innerhalb der verschiedenen Erkältungssaisons zu unterschiedlichen Verläufen kommt. Während der Saison 2022/23 ein starker Anstieg im Dezember zu beobachten war, verlaufen die Nachfragen in der aktuellen Saison 2024/25 gleichmäßiger und auf konstant hohem Niveau. Diese gleichmäßige Umsatzentwicklung deutet darauf hin, dass Konsument*innen vermehrt präventiv einkaufen oder kontinuierlich Produkte nachbestellen, anstatt auf saisonale Peaks zu reagieren.
Diese Entwicklung wird zusätzlich durch die prozentualen Umsatzanteile gestützt: Im Vergleich zu 2022/23 mit durchschnittlich 16,4 % ist der Anteil des Online-Marktes in der Saison 2024/25 mit 19,9 % deutlich höher. Besonders auffällig ist der konstante Wachstumstrend, der sich über alle Monate hinweg zeigt. Die Werte für Oktober und November 2024/25 sind mit 19,9 % und 20,8 % sogar die höchsten der gesamten Betrachtung.
Auch die Entwicklung des Online-Absatzes in Stückzahlen zeigt einen klaren Wachstumstrend: Von einem durchschnittlichen Absatz von 4.845.349 Stück (2022/23) über 5.311.988 Stück (2023/24) hin zu 6.084.813 Stück (2024/25). Dies entspricht einer Steigerung von 14,5 % im Vergleich zum Vorjahr und unterstreicht das zunehmende Vertrauen der Konsument*innen in den Online-Handel.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich der Online-Handel im Erkältungsmarkt zunehmend etabliert und weiterhin auf Wachstumskurs ist. Der gleichmäßige Verlauf der Nachfrage und Umsätze in der Saison 2024/25 deutet auf eine langfristige Veränderung im Kaufverhalten hin, die vermutlich durch Bequemlichkeit, einfache Verfügbarkeit und den Wunsch nach Prävention begünstigt wird.
Welche Produkte dominieren den Markt?
Unterschiede zwischen Versandhandel und Offizin im Erkältungsmarkt
Im Versandhandel sind "Rhinologika" und "Expectorantien ohne Antiinfektiva" die dominierenden Produktkategorien. Mit einem Umsatzanteil von 31,1% am gesamten Erkältungsmarkt umfasst Erstere Antiinfektive Rhinologika, abschwellende Rhinologika, salzhaltige Rhinologika sowie andere topische Rhinologika.
Direkt danach folgen die Expectorantien ohne Antiinfektiva mit einem Umsatzanteil von 30,8%. Diese Präparate dienen zur Schleimlösung und erleichtern das Abhusten von festsitzendem Schleim in den Atemwegen.
Das zeigt deutlich, dass der Online-Markt inzwischen durch eine breite Palette an Erkältungsprodukten wie Expectorantien, Kombinationspräparate sowie Produkte zur Behandlung von Husten und Halsschmerzen definiert wird. Konsument*innen suchen im Versandhandel zunehmend gezielt nach umfassenden Erkältungsmitteln, die verschiedene Symptome abdecken.
Im Gegensatz dazu geben in der Offizin die Expectorantien ohne Antiinfektiva mit einem Marktanteil von 34,3% den Ton an. Diese Produktkategorie ist hier besonders stark nachgefragt, was vermutlich auf akute Hustenbeschwerden zurückzuführen ist, die durch Apotheken vor Ort sofort behandelt werden sollen.
Wir halten fest:
Im Versandhandel wird nicht nur Nasenspray gekauft – dieser Mythos ist also falsch - vielmehr umfasst der Online-Markt ein breites Spektrum an Erkältungsprodukten. Rhinologika und Expectorantien stehen zwar im Fokus, doch auch Kombinationspräparate, Halsschmerzmittel und weitere Produkte zur umfassenden Behandlung von Erkältungssymptomen werden stark nachgefragt. Der Versandhandel zeichnet sich durch ein diversifiziertes Produktsortiment aus, auch im Teilmarkt der Erkältungsmittel.
Top-Produkte im Erkältungsmarkt
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Hustenlöser, Kombinationspräparate und pflanzliche Präparate gehören inzwischen zu den Bestsellern. Die meistverkauften Top-5-Produkte (nach Umsatz sortiert, Saison 2024/25) sind:
Nasenspray-Ratiopharm
Sinupret Extract 40 ST
Grippostad C 24 ST
Wick MediNait Erkältungssaft
Aspirin Complex Beutel
Das Ranking zeigt, dass der Online-Markt ein breites Spektrum an Erkältungsprodukten abdeckt. Neben Rhinologika gehören insbesondere Hustenlöser, Kombinationspräparate und pflanzliche Präparate zu den Bestsellern, was auf eine wachsende Nachfrage nach umfassenden Erkältungsmitteln hinweist.
Wir halten fest:
Ein spannender Trend zeichnet sich ab: Lange Zeit galt der Versandhandel im Erkältungsmarkt als herausfordernd, da Verbraucher*innen meist akut Medikamente benötigen und deshalb bevorzugt die Offizin-Apotheke aufsuchen. Doch aktuelle Daten zeigen ein anderes Bild. Der Versandhandel hat an Bedeutung gewonnen und ist inzwischen eine feste Größe im Erkältungsmarkt.
Der Blick auf die Online-Käufer*innen
Auch bei den Käufer*innen selbst gibt es klare Unterschiede: Frauen sind ohnehin führend im Consumer Healthcare Versandhandel und dominieren mit 67,4 % auch den digitalen Markt für Erkältungsprodukte.
Altersgruppenanalyse
Besonders stark vertreten sind Frauen in den Altersgruppen von 30 bis 59 Jahren, die den Kernmarkt für Erkältungsprodukte bilden. Zwei Alterssegmente stechen hierbei besonders hervor:
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40 bis 49 Jahre: Der Frauenanteil liegt bei 15,5 % der gesamten Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe, während Männer lediglich 6,3 % der Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe ausmachen. Dies zeigt, dass Frauen in dieser Altersgruppe mehr als doppelt so häufig Erkältungsprodukte bestellen wie Männer.
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50 bis 59 Jahre: Auch hier dominiert der Frauenanteil mit 15 % der gesamten Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe, während Männer lediglich 7,4 % der Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe ausmachen. Das gleiche Muster zeigt sich mit einer deutlichen Überrepräsentation von Frauen.
Ein möglicher Grund für diese Verteilung ist, dass Frauen nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Familien einkaufen – sei es für Kinder oder Partner. Diese Verantwortlichkeit führt zu einer erhöhten Kaufhäufigkeit in diesen Altersgruppen.
Bei älteren Konsument*innen über 70 Jahren ist der Anteil an Erkältungsprodukten im Vergleich zu jüngeren Altersklassen des restlichen OTC-Marktes geringer. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist hier jedoch minimal: 4,9 % der gesamten Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe entfallen auf Frauen gegenüber 4,8 % der gesamten Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe entfallen auf Männer. Dies deutet darauf hin, dass Männer und Frauen in dieser Altersgruppe ähnlich häufig Erkältungsprodukte bestellen. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass ältere Menschen häufiger andere OTC-Produkte kaufen, die nichts mit Erkältungskrankheiten zu tun haben.
Im Gegensatz dazu zeigt sich bei jüngeren Käufer*innen im Alter von 18 bis 29 Jahren erneut ein deutlicher Unterschied: 6,5 % der gesamten Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe entfallen auf Frauen gegenüber nur 2,1 % der gesamten Erkältungsprodukt-Bestellungen dieser Altersgruppe entfallen auf Männer.
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Entwicklung der Warenkorbwerte
Ein weiteres auffälliges Ergebnis ist der Rückgang der durchschnittlichen Warenkorbwerte. Während dieser im Zeitraum Oktober 2023 bis Februar 2024 noch bei 21,36 € lag, ist er im Zeitraum Oktober 2024 bis Februar 2025 auf 21,07 € gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 0,29 €.
Auch der durchschnittliche Absatz pro Warenkorb hat sich leicht verringert – von 2,26 Stück auf 2,21 Stück. Dieser Rückgang könnte auf mehrere Faktoren hindeuten, wie beispielsweise gezieltere Einzelkäufe oder eine verstärkte Nachfrage nach preiswerteren Alternativen.
Die Analyse zeigt, dass Frauen insgesamt häufiger Erkältungsprodukte online bestellen und dabei möglicherweise breitere Produktkategorien abdecken. Der leicht sinkende Warenkorbwert könnte darauf hinweisen, dass Verbraucher*innen gezielter einkaufen und möglicherweise auch verstärkt nach günstigeren Alternativen suchen.
Regionale Unterschiede
Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern zeigt interessante Unterschiede. Während das Saarland mit einem Umsatzwachstum von 17,3 % (von 5,3 Mio. € auf 6,2 Mio. €) am stärksten wächst, liegt Berlin mit einem Umsatzwachstum von nur 10,5 % am unteren Ende des Wachstumsvergleichs.
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Insgesamt konnten jedoch alle Bundesländer zweistellig wachsen. Besonders hervorzuheben sind auch Bremen (16,6 %), Schleswig-Holstein (14,8 %), Hessen (16,3 %) und Niedersachsen (16,3 %), die alle ein bemerkenswertes Umsatzwachstum verzeichnen.
Die absoluten Spitzenreiter nach Umsatz bleiben jedoch Nordrhein-Westfalen mit einem Umsatz von 90,9 Mio. € (zuvor 80,1 Mio. €, ein Wachstum von 13,4 %) und Bayern mit einem Umsatz von 81,3 Mio. € (zuvor 70,4 Mio. €, ein Wachstum von 15,6 %). Auch Baden-Württemberg bleibt mit 66,8 Mio. € Umsatz (14,1 % Wachstum) ein starker Markt.
Interessant ist zudem, dass selbst kleinere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern (14,4 % Wachstum) oder Sachsen-Anhalt (12,8 % Wachstum) ein deutliches Wachstum zeigen, obwohl sie im Vergleich zu den großen Bundesländern geringere absolute Umsätze aufweisen.
Diese regionalen Unterschiede deuten darauf hin, dass das Wachstum des Online-Marktes im Erkältungssegment flächendeckend erfolgt, jedoch in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Während wirtschaftsstarke und bevölkerungsreiche Bundesländer hohe absolute Umsätze aufweisen, zeigen kleinere Bundesländer ebenfalls starke Wachstumsraten, was auf eine flächendeckende Durchdringung des Online-Handels hinweist.
Saisonale Unterschiede
Eine detaillierte Analyse der einzelnen Wochen innerhalb der Erkältungssaisons zeigt, dass die aktuelle Saison 2024/25 mit einer Verzögerung von etwa zwei Wochen im Vergleich zur Saison 2023/24 gestartet ist. Während der Schwerpunkt im Vorjahr klar zwischen den Kalenderwochen 44 bis 50 (2023) lag, weist die aktuelle Erkältungssaison 2024/25 drei verschiedene Schübe auf:
KW 39 bis KW 41 (2024): Ein erster Anstieg in vielen Bundesländern, bei dem die Nachfrage bereits auf 2,6 % bis 2,7 % anstieg. Dies deutet darauf hin, dass hier bereits erste Infektionswellen auftraten.
KW 47 bis KW 50 (2024): Die stärkste Phase der Nachfrage mit den höchsten Werten der Saison. Hier stieg der Marktanteil auf Spitzenwerte von 2,7 %, was auf die Hauptsaison der Erkältung zurückzuführen ist.
KW 5 bis KW 7 (2025): Ein erneuter Anstieg nach einem kurzen Rückgang mit Marktanteilen um 2,7 %, was möglicherweise auf verspätete Infektionswellen oder erneute Ansteckungsraten hinweist.
Diese differenzierten Nachfrageverläufe zeigen, dass Erkältungssaisons nicht nur saisonal, sondern auch regional variieren. Besonders auffällig ist, dass die Erkältungssaison 2024/25 später gestartet ist, was auf unterschiedliche Verläufe in den Regionen hinweisen könnte. Während die Saison 2023/24 einen klaren Höhepunkt über mehrere Wochen aufwies, zeigt die aktuelle Saison 2024/25 ein wiederholtes Ansteigen der Nachfrage in mehreren Wellen.
Die Analyse verdeutlicht, dass der Online-Markt zunehmend flexibler auf diese Verläufe reagiert. Dies ist besonders wichtig, da regionale Unterschiede bei der Nachfrage online besser abgefangen werden können als im stationären Handel.
Fazit
Der Versandhandel wird für den Erkältungsmarkt zunehmend relevanter
Die Daten zeigen klar: Der Versandhandel etabliert sich immer stärker als fester Bestandteil des Erkältungsmarktes. Mit kontinuierlich steigenden Umsatzanteilen, die mittlerweile fast 20 % des gesamten Marktes ausmachen, wird deutlich, dass immer mehr Menschen auf die Bequemlichkeit des Online-Shoppings zurückgreifen.
Besonders bemerkenswert ist, dass diese Wachstumsraten nicht durch kurzfristige Effekte entstehen, sondern organisch und flächendeckend zu beobachten sind – sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den erzielten Umsätzen. Während große Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg absolute Umsatzspitzenreiter bleiben, zeigen auch kleinere Bundesländer beachtliche Wachstumsraten.
Zusätzlich wird der Markt immer differenzierter: Der Online-Handel wird nicht nur für Nasensprays genutzt, sondern auch zunehmend für eine Vielzahl von Produkten zur Behandlung verschiedener Erkältungssymptome. Frauen sind hier die dominierende Käufergruppe, insbesondere in den mittleren Altersgruppen, die offenbar für ihre Familien und sich selbst einkaufen.
Die Erkältungssaison 2024/25 zeigt auch, dass Online-Shops flexibel auf unterschiedliche Nachfrageverläufe reagieren können. Mehrere Nachfragewellen statt eines einzigen Peaks deuten darauf hin, dass Konsument*innen zunehmend auf präventiven Einkauf setzen und regelmäßig online bestellen.
Insgesamt ist klar: Der Versandhandel wird für den Erkältungsmarkt nicht nur wichtiger, sondern zunehmend zur ersten Wahl für viele Konsument*innen. Die Möglichkeit, Produkte bequem und schnell zu bestellen, wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und die Marktanteile weiter verschieben.