CHC-Versandhandel 2026: Wachstum, Marktanteile & Trends im Halbjahres-Recap

Veröffentlicht am: 27. Juli 2026
CHC-Versandhandel 2026: Wachstum, Marktanteile & Trends im Halbjahres-Recap
14:01

Der deutsche CHC-Versandhandel bleibt auf Wachstumskurs und gewinnt weiter an Bedeutung. Gleichzeitig verändert sich die Dynamik: Nach den hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre entwickelt sich der Markt moderater, während die stationäre Apotheke stärker unter Druck gerät.
Unser Halbjahres-Recap 2026 zeigt, wo der Markt aktuell steht, welche Teilmärkte besonders dynamisch sind und wie sich das Kaufverhalten verändert.

 

Ende 2025 war das Bild eindeutig: Der deutsche CHC-Markt wuchs moderat, die eigentliche Dynamik kam jedoch aus dem Online-Kanal. Während der Versandhandel beim Umsatz um 6,3 Prozent zulegte, verlor die Offizin 0,5 Prozent. Der Online-Anteil am CHC-Umsatz erreichte 26,0 Prozent.

 

Ein halbes Jahr später bestätigt sich die grundsätzliche Entwicklung – allerdings mit einer wichtigen Veränderung: Der Versandhandel wächst weiter, die Wachstumsraten normalisieren sich jedoch zunehmend.

Online wächst weiter - die Offizin verliert deutlicher

Im MAT 06/2026 entwickelt sich der Versandhandel in der vergleichbaren CHC-Gesamtmarktbetrachtung beim Umsatz mit +3,7 Prozent weiterhin positiv. Gleichzeitig verliert die Offizin 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

 

Beim Absatz fällt die Entwicklung noch deutlicher auseinander: Während der Versandhandel um 3,0 Prozent wächst, sinkt der Absatz in der Offizin um 6,9 Prozent.

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Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits 2025 sichtbar war: Die Marktanteile verschieben sich weiter in Richtung Online.

 

Der Versandhandel erreicht im MAT 06/2026 einen Umsatzanteil von 26,5 Prozent am betrachteten CHC-Gesamtmarkt – 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Beim Absatz steigt der Anteil sogar um 1,9 Prozentpunkte auf 25,7 Prozent.

 

Online ist damit längst kein ergänzender Vertriebskanal mehr. Mehr als jeder vierte Euro im betrachteten CHC-Markt wird inzwischen im Versandhandel umgesetzt.

Weniger Dynamik bedeutet nicht weniger Relevanz

Ein genauerer Blick auf die Entwicklung zeigt allerdings auch: Die außergewöhnlich hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre setzen sich nicht unbegrenzt fort.

 

In der umfassenderen Betrachtung des CHC-Versandhandels lag das Umsatzwachstum im MAT 06/2025 noch bei +9,0 Prozent. Im MAT 06/2026 sind es +4,0 Prozent. Seit Frühjahr 2025 hat sich die Wachstumsdynamik damit sukzessive abgeschwächt.


Das ist weniger als Schwächesignal zu verstehen, sondern vielmehr als Normalisierung eines inzwischen etablierten Vertriebskanals. Denn das absolute Marktniveau steigt weiter: Der CHC-Versandhandel erreicht im MAT 06/2026 rund 3,95 Milliarden Euro Umsatz und 290,4 Millionen verkaufte Einheiten. aEntscheidend wird deshalb zunehmend eine andere Frage: Wo entsteht innerhalb des Online-Marktes noch überdurchschnittliches Wachstum?

März 2026 setzt neuen Benchmark

Dass der Versandhandel weiterhin neue Höchststände erreichen kann, zeigt der Blick auf die einzelnen Monate.

 

Jeder Monat von Januar bis Juni 2026 lag beim Umsatz über dem jeweiligen Vergleichsmonat der beiden Vorjahre. Besonders deutlich sticht der März hervor: Mit 368,6 Millionen Euro Umsatz war März 2026 der umsatzstärkste Monat der vergangenen drei Jahre.

 

Auch beim Absatz setzt der Monat einen neuen Benchmark: 27,1 Millionen verkaufte Einheiten markieren den höchsten Monatswert seit Beginn der betrachteten Aufzeichnung.

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Wachstum wird selektiver

Hinter der Gesamtmarktentwicklung verbergen sich zunehmend unterschiedliche Dynamiken auf Teilmarktebene.

 

Der größte Bereich Alimentäres System und Stoffwechsel wächst im MAT 06/2026 um 5,3 Prozent und steht inzwischen für mehr als ein Viertel des CHC-Versandhandelsumsatzes.

 

Überdurchschnittlich entwickeln sich zudem die Sinnesorgane mit +8,8 Prozent sowie das Cardiovasculäre System mit +5,9 Prozent. Der umsatzstarke Bereich Respirationssystem liegt dagegen mit −0,5 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau.

 

Noch deutlicher werden die Unterschiede bei einer tieferen Betrachtung der Märkte: Auf ATC3-Ebene erzielen Andere Mineralstoffpräparate mit +10,6 Prozent ein zweistelliges Umsatzwachstum. Auch Präparate für trockene Augen entwickeln sich mit +9,7 Prozent deutlich über dem Gesamtmarkt.

 

Für Hersteller bedeutet das: Das Wachstum des Online-Marktes allein ist kein ausreichender Benchmark mehr. Entscheidend ist zunehmend, wie sich der eigene Markt, die eigene Marke und das relevante Wettbewerbsumfeld innerhalb des Kanals entwickeln.

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Wer dominiert den Markt? Bayer bleibt an der Spitze der Hersteller

Auch auf Herstellerebene zeigt sich: Größe allein garantiert noch kein überdurchschnittliches Wachstum.

 

Die zehn umsatzstärksten Hersteller vereinen im MAT 06/2026 rund 29,6 Prozent des gesamten CHC-Versandhandelsumsatzes auf sich und kommen gemeinsam auf rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz. An der Spitze bleibt Bayer Vital mit 214,1 Millionen Euro Umsatz und einem Marktanteil von 5,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr wächst Bayer dabei um 5,1 Prozent und damit stärker als der CHC-Versandhandel insgesamt.

 

Auf Rang zwei folgt Ratiopharm mit 143,3 Millionen Euro Umsatz, vor Haleon Germany mit 119,4 Millionen Euro und Procter & Gamble mit 117,3 Millionen Euro. Die Top 5 komplettiert Kenvue Germany mit 112,3 Millionen Euro.

 

Gerade Kenvue sticht innerhalb der Spitzengruppe heraus: Mit einem Umsatzplus von 10,9 Prozent wächst das Unternehmen unter den zehn umsatzstärksten Herstellern am dynamischsten. Bayer verbindet dagegen eine starke Marktposition mit überdurchschnittlichem Wachstum. Bei einigen anderen großen Playern fällt die Entwicklung moderater aus: Haleon liegt bei −1,4 Prozent, Procter & Gamble nahezu stabil bei −0,1 Prozent.

Damit zeigt sich auch auf Herstellerebene ein Muster, das den Gesamtmarkt prägt: Die Marktführer bleiben stark, aber die Wachstumsdynamik verteilt sich zunehmend unterschiedlich.

 

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Im Vergleich zum Recap 2025 bleibt damit ein zentraler Befund bestehen: Bayer Vital behauptet seine führende Position im deutschen CHC-Versandhandel. Bereits im Gesamtjahr 2025 lag das Unternehmen mit einem Umsatzanteil von 5,4 Prozent an der Spitze.


Die größten Gewinner kommen nicht nur aus der Spitzengruppe

Noch spannender wird das Bild beim Blick auf die wachstumsstärksten Hersteller.

Hier führt PharmaSGP das Ranking mit großem Abstand an. Das Unternehmen steigert seinen Umsatz im MAT 06/2026 um 53,1 Prozent auf 50,6 Millionen Euro – ein absolutes Umsatzplus von rund 17,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

 

Dicht dahinter folgt Elanco Deutschland mit einem Wachstum von 51,9 Prozent. Weitere starke Wachstumsraten erzielen unter anderem Isdin mit +29,7 Prozent, Norsan mit +26,4 Prozent und Boehringer Ingelheim Vetmedica mit +26,1 Prozent.

 

Auch Aristo Pharma (+25,5 Prozent), CP Gaba (+20,7 Prozent), Heilpflanzenwohl (+19,8 Prozent), Heumann Pharma (+19,6 Prozent) und Norgine (+18,4 Prozent) gehören zu den dynamischsten Herstellern der Auswertung. Für dieses Wachstumsranking berücksichtigt der Recap Akteure ab einem Jahresumsatz von 5 Millionen Euro.

 

Die Rankings zeigen damit zwei unterschiedliche Dimensionen von Markterfolg: Während etablierte Player wie Bayer den Markt in absoluten Umsätzen dominieren, entstehen hohe Wachstumsraten vielfach außerhalb der umsatzstärksten Top 10.

 

Das macht die Entwicklung für Hersteller strategisch relevant: Marktgröße und Marktdynamik müssen separat betrachtet werden. Ein vergleichsweise kleiner Anbieter kann deutlich schneller wachsen als der Gesamtmarkt und damit kurzfristig Marktanteile verschieben.

 

Eucerin bleibt Nr. 1 – neue Marken holen auf

Auch das Markenranking zeigt eine Mischung aus Kontinuität und Bewegung.

Mit 80,0 Millionen Euro Umsatz bleibt Eucerin die umsatzstärkste Herstellermarke im deutschen CHC-Versandhandel. Dahinter folgen Orthomol mit 72,6 Millionen Euro und La Roche-Posay mit 70,0 Millionen Euro.

 

Die weiteren Plätze belegen Voltaren, Bepanthen, Doppelherz, Wick, Iberogast, Sinupret und Omni-Biotic.

 

Besonders interessant ist dabei die unterschiedliche Dynamik innerhalb der Top 10. Doppelherz wächst um 13,1 Prozent und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Auch Iberogast legt mit +8,7 Prozent kräftig zu, während La Roche-Posay um 4,5 Prozent wächst.

 

Auf der anderen Seite verliert Voltaren 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, Omni-Biotic liegt 3,1 Prozent darunter.

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Auch hier setzt sich eine Entwicklung aus dem Gesamtjahr 2025 fort: Eucerin verteidigt seine Position als umsatzstärkste Marke im Versandhandel.

 

Wachstumsranking der Marken: Neue Dynamik abseits der etablierten Top 10

Das Ranking nach absolutem Umsatz erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte.

Beim Blick auf die wachstumsstärksten Marken verschiebt sich das Bild deutlich: An der Spitze steht PureSGP von PharmaSGP mit einem Umsatzwachstum von +515,1 Prozent. Dahinter folgt mit Restaxil (+72,0 Prozent) eine weitere Marke desselben Herstellers.

 

Auf den weiteren Plätzen liegen Adtab (+71,7 Prozent), Dr. Böhm (+54,0 Prozent), Rhinospray (+50,3 Prozent) und CeraVe (+49,8 Prozent).

 

Auch Frontpro (+46,0 Prozent), Seresto (+45,0 Prozent), Allegra (+40,4 Prozent) und Hydrocortison-Ratiopharm (+38,9 Prozent) wachsen deutlich. Berücksichtigt werden in diesem Ranking Marken mit mindestens 2 Millionen Euro Jahresumsatz.

 

Auffällig ist dabei auch die starke Präsenz von Produkten rund um die Tiergesundheit: Adtab, Frontpro und Seresto stellen drei der zehn wachstumsstärksten Marken. Damit zeigt sich, dass Wachstum im Versandhandel längst nicht ausschließlich aus den klassischen OTC-Kernsegmenten kommt.

 

Die außergewöhnliche Entwicklung von PureSGP trägt zugleich dazu bei, das starke Herstellerwachstum von PharmaSGP zu erklären. Genau solche Zusammenhänge zwischen Markt, Hersteller und Marke zeigen, warum ein isolierter Blick auf Gesamtwachstumsraten zunehmend zu kurz greift.

 

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Was die Rankings über den Markt verraten

Die Rankings unterstreichen eine zentrale Entwicklung des ersten Halbjahres 2026: Der CHC-Versandhandel wächst nicht mehr überall im gleichen Tempo.

 

Auf der einen Seite stehen etablierte Marktführer wie Bayer Vital oder Eucerin, die ihre Spitzenposition behaupten. Auf der anderen Seite entstehen teils sehr hohe Wachstumsraten bei Herstellern und Marken, die in absoluten Umsätzen noch deutlich kleiner sind.

 

Für Hersteller wird es deshalb wichtiger, verschiedene Perspektiven zusammenzuführen:

 

Marktgröße zeigt Relevanz. Wachstum zeigt Momentum. Marktanteilsentwicklung zeigt, wer tatsächlich gegenüber dem Wettbewerb gewinnt.

 

Erst die Kombination dieser Perspektiven macht sichtbar, wo sich neue Potenziale entwickeln – und wo eine vermeintlich stabile Marktposition unter Druck geraten könnte.

Mehr Shopper*innen, aber kleinere Warenkörbe

Auch auf Shopper-Ebene zeigt sich ein differenzierteres Bild.
Die Zahl der Shopper*innen im betrachteten Versandhandels-Subpanel wächst gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent. Das Online-Potenzial wird also weiterhin von einer wachsenden Käuferbasis getragen. Gleichzeitig verändert sich der Warenkorb.

Der durchschnittliche Warenkorbwert sinkt leicht von 43,09 Euro auf 42,89 Euro. Auch die Zahl der gekauften Produkte geht von durchschnittlich 3,00 auf 2,94 Artikel pro Warenkorb zurück. Parallel steigt der durchschnittliche Preis je Artikel um 1,5 Prozent auf 14,59 Euro. Die Bestellfrequenz bleibt mit durchschnittlich 2,26 Bestellungen je Shopper*in nahezu stabil.

Das Ergebnis: Mehr Menschen kaufen online, gleichzeitig werden die einzelnen Warenkörbe etwas kleiner. Der durchschnittliche Umsatz je Shopper*in bleibt mit 96,82 Euro nahezu stabil.

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Von Wachstum zu gezielter Steuerung

Der Halbjahres-Recap 2026 bestätigt damit eine Entwicklung, die sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet hat: Der Versandhandel gewinnt im deutschen CHC-Markt weiter an struktureller Bedeutung.

 

Gleichzeitig verändert sich die Qualität des Wachstums.

 

Wo in den vergangenen Jahren bereits die allgemeine Dynamik des Online-Kanals für Rückenwind sorgte, entwickeln sich Märkte, Marken und Shopper-Segmente heute zunehmend unterschiedlich. Wachstum entsteht selektiver.

 

Welche Fragen sich daraus ableiten, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich: Wo entstehen neue Wachstumsfelder? Welche Marken gewinnen im relevanten Wettbewerbsumfeld? Welche Shopper-Segmente bieten Potenzial und was bedeutet das für Portfolio, Preisstrategie, Promotion oder Kanalsteuerung?


Unser Consulting-Team unterstützt dabei, diese individuellen Fragestellungen datenbasiert zu beantworten und daraus konkrete Handlungsfelder abzuleiten.

Schreiben Sie uns unter: sales@datamediq.com

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Philipp Hülk                 Olaf Krämer      

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