Die Grippewelle 2025 – Auswirkungen auf den OTC-Markt

Veröffentlicht am: 25. Februar 2025

Jedes Jahr erfasst die Grippewelle Millionen von Menschen in Deutschland, und 2025 bildet hier keine Ausnahme. Nach aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts scheint der Höhepunkt der Welle erreicht zu sein. Dennoch kämpfen derzeit rund 7,5 Millionen Menschen mit akuten Atemwegsinfektionen. Die Grippeaktivität bleibt also weiterhin hoch, insbesondere durch eine starke Verbreitung von Influenzaviren, die derzeit das Geschehen rund um akute Atemwegserkrankungen dominieren.

Welche Produkte sind gefragt?

Mit der steigenden Zahl an Erkrankten wächst auch die Nachfrage nach rezeptfreien (OTC) Grippemitteln. Online-Apotheken verzeichnen deutliche Veränderungen in den Suchanfragen und Verkaufszahlen. Diese Trends sind entscheidend für die Pharmaindustrie, um die richtigen Strategien zu entwickeln und Verbraucher*innen gezielt anzusprechen.

 

Die echten Onsite-Suchanfragen der User*innen in den Versandapotheken geben einen direkten Einblick in die Präferenzen der Menschen. Die aktuellen Marktdaten von DatamedIQ zeigen folgende Entwicklungen:

 

  • Der Suchbegriff „Grippe“ ist um 24 Plätze gestiegen und somit in die Top-100 der gefragtesten Suchen gestiegen, was auf eine erhöhte Nachfrage hindeutet.


  • Markenprodukte wie Grippostad C und BoxaGrippal gewinnen an Beliebtheit.

  • Auch allgemeine Begriffe wie „Erkältung“ werden häufiger gesucht.

Trending Keywords KW 7

Der wachsende Fokus auf spezifische Markenprodukte unterstreicht die Bedeutung einer starken Markenstrategie für Hersteller. Im digitalen Apothekenmarkt ist die sogenannte Search Visibility ein entscheidender Erfolgsfaktor.

 

Die Suchsichtbarkeit ist ein wichtiger Bestandteil von POS Insights - ein leistungsstarkes Analyse-Tool für präzise quantitative und qualitative Auswertungen am Point of Sale in Online-Apotheken. Es ermöglicht eine detaillierte Überwachung der Suchergebnisse und zeigt, ob Produkte unter relevanten Suchbegriffen gefunden werden – sowie deren Platzierung. Die systematische Erfassung dieser Daten erlaubt es Unternehmen, gezielte Marketingstrategien zu optimieren und die digitale Regalfläche maximal auszuschöpfen.

Onsite-Suchanfragen vs. Suchmaschinen

Apropos: Das Suchverhalten in Online-Apotheken unterscheidet sich erheblich von dem in Suchmaschinen wie Google.

 

Wer in einer Online-Apotheke sucht, hat in der Regel bereits eine konkrete Kaufabsicht oder zumindest eine gezieltere Vorstellung vom gewünschten Produkt. Während Google-Suchen häufig allgemeiner formuliert sind (z. B. „Was hilft gegen Grippe?“ oder „Bestes Mittel bei Erkältung“), sind Onsite-Suchen oft direkter auf ein Produkt ausgerichtet. Dennoch gibt es auch in Online-Apotheken allgemeine Suchanfragen wie „Grippe“ oder „Erkältung“, die von Nutzer*innen genutzt werden, um sich einen Überblick über verfügbare Medikamente zu verschaffen.

Onsite-Suchanfragen vs. Suchmaschinen

Einige zentrale Unterschiede:

 

Wie konkret ist die Suchanfrage:

Während Google-Nutzer*innen oft nach allgemeinen Symptomen oder Empfehlungen suchen, sind Onsite-Suchanfragen tendenziell direkter und näher am Kauf – insbesondere bei der Suche nach Marken oder Wirkstoffen.


Kürzere Suchphrasen:

In Online-Apotheken bestehen viele Suchen aus einzelnen Begriffen oder kurzen Kombinationen wie „Erkältungssaft Kinder“, „Grippe Mittel“ oder „Paracetamol 500 mg“, während Google-Nutzer*innen oft vollständige Fragen eingeben.


Kaufintention:

Onsite-Suchen deuten stärker auf eine konkrete Kaufabsicht hin, da User*innen sich bereits in einer Umgebung befinden, in der sie direkt bestellen können.


Ranking-Mechanismen:

Während Google seine organischen Ergebnisse stark nach Relevanz und SEO-Kriterien filtert, setzen Online-Apotheken verstärkt auf Produktsichtbarkeit, Verfügbarkeit und gezielte Werbemaßnahmen. 

 

...aber bei Google & CO. ist doch auch Werbung möglich?

Ja, aber die WKZ (Werbekostenzuschüsse) in Online-Apotheken werden in den Jahresgesprächen zwischen Herstellern und Apotheken verhandelt und sind daher ein fester Bestandteil der Jahresplanung. Sie sind sinnvoll, wenn ein Unternehmen seine Sichtbarkeit an einem direkten Kauf-Touchpoint maximieren möchte. Google Ads hingegen sind von ganz anderer Natur: Sie werden flexibel und unabhängig gesteuert, um eine breitere Wahrnehmung zu erzielen und mehr potenzielle Kund*innen auf einen Shop oder eine Produktseite zu leiten.

 

Wir halten fest: Die Unterschiede zwischen Onsite-Keywords und Google-Suchen sind entscheidend für Hersteller und Händler: Während Google-Suchtrends wertvolle Erkenntnisse für generelle Markt- und Informationsbedürfnisse liefern, sind Onsite-Suchen der direkteste Indikator für konkrete Kaufinteressen. Unternehmen sollten daher ihre digitale Sichtbarkeit sowohl in Suchmaschinen als auch in den Online-Apotheken gezielt optimieren.

Die meistverkauften Grippepräparate im OTC-Markt

Zurück zur Grippewelle (natürlich nur im übertragenen Sinne - bitte bleiben Sie gesund!): Im Marktsegment Grippepräparate zeichnen sich aktuell deutliche Favoriten ab. Die Bestseller sind derzeit (Stand 01/2025, sortiert nach rAVP):

 

  1. Grippostad C 24 Stk. – STADA Consumer Health Deutschland GmbH

  2. Wick MediNait Erkältungssirup für die Nacht 180 ml – Wick Pharma

  3. Aspirin Complex Beutel 20 Stk. – Bayer Vital GmbH

  4. Wick DayNait Filmtabletten 16 Stk. – Wick Pharma

  5. Wick MediNait Erkältungssirup für die Nacht 90 ml – Wick Pharma

  6. Wick DayMed Hartkapseln 20 Stk. – Wick Pharma

  7. Geloprosed Pulver zum Einnehmen 10 Stk. – G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG

  8. Metavirulent 100 ml – Meta Fackler Arzneimittel GmbH

  9. Wick MediNait mit Anisgeschmack 180 ml – Wick Pharma

  10. Aspirin Complex Beutel 10 Stk. – Bayer Vital GmbH

Es zeigt sich: Kombinationspräparate stehen weiterhin hoch im Kurs, da sie den Verbraucher*innen eine einfache und effektive Lösung bieten. Diese setzen auf eine Kombination aus bewährten Wirkstoffen wie Paracetamol, Ibuprofen, Phenylephrin, Pseudoephedrin oder Koffein, um eine schnelle Linderung mehrerer Symptome gleichzeitig zu ermöglichen.

Top-3 im Grippemarkt

Entwicklung des Teilmarktes der Grippepräparate

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung im rAVP-Segment zeigt deutliche Wachstumsraten im Bereich der Grippepräparate:

 

  • Januar 2023: 4,61 Millionen Euro Umsatz

  • Januar 2024: 7,18 Millionen Euro Umsatz (+55,80 % im Vergleich zu 2023)

  • Januar 2025: 8,27 Millionen Euro Umsatz (+15,11 % im Vergleich zu 2024)

Diese kontinuierliche Steigerung verdeutlicht die zunehmende Bedeutung rezeptfreier Grippepräparate im OTC-Segment. Vor allem die Wintermonate treiben das Wachstum an und saisonale Spitzen zeichnen ich deutlich ab. 2024 war dabei ein besonders starkes Jahr mit einem überdurchschnittlichen Anstieg um über 55 %.

Mehrjahresentwicklung Teilmarkt Grippepräparate

Der Insights Hub von DatamedIQ bietet Unternehmen umfassende Möglichkeiten, diese Entwicklungen zu analysieren und in ihre Strategie zu integrieren. Durch die Kombination aus Umsatz-, Absatz- und Suchdaten ermöglicht der Hub eine fundierte Entscheidungsfindung und einen datenbasierten Ansatz zur Marktbearbeitung.

Marktführer und ihre Performance

Neben den beliebtesten Produkten lohnt sich auch ein Blick auf die führenden Unternehmen in diesem Marktsegment:

 

  1. Wick Pharma – Zweigniederlassung der Procter & Gamble GmbH

  2. STADA Consumer Health Deutschland GmbH

  3. Bayer Vital GmbH

  4. Angelini Pharma Deutschland GmbH

  5. Meta Fackler Arzneimittel GmbH

  6. MCM Klosterfrau Vertr. GmbH

  7. G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG

  8. Weleda AG

  9. Biologische Heilmittel Heel GmbH

  10. Ratiopharm GmbH

 

Wick Pharma konnte sich als stärkster Marktakteur behaupten und verzeichnete ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr. STADA Consumer Health sicherte sich mit Grippostad C eine Spitzenposition und bleibt weiterhin eine der führenden Marken im Erkältungssegment. Bayer Vital hat mit Aspirin Complex ein starkes Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren erzielt, was auf die zunehmende Nachfrage nach bewährten Kombinationspräparaten zurückzuführen ist.

 

Auch kleinere Hersteller wie Angelini Pharma und Meta Fackler Arzneimittel zeigen eine konstante Marktpräsenz mit stabilen Wachstumsraten. Unternehmen wie MCM Klosterfrau Vertr. GmbH und Weleda AG setzen verstärkt auf natürliche und pflanzliche Alternativen, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Biologische Heilmittel Heel GmbH und Ratiopharm GmbH konnten ebenfalls ihre Marktanteile festigen und haben in bestimmten Produktkategorien bemerkenswerte Zuwächse erzielt.

 

Die Entwicklung zeigt, dass etablierte Marken weiterhin dominieren, während spezialisierte Hersteller durch innovative Produkte und gezielte Marketingstrategien Marktanteile gewinnen können.

Handlungsempfehlungen

Die Analyse aktueller Marktdaten zeigt, dass das Kaufverhalten in der Grippezeit gut prognostizierbar ist. Unternehmen können diese Erkenntnisse nutzen, um gezielte Marketingkampagnen zu entwickeln und Verbraucher*innen direkt an den relevanten Touchpoints zu erreichen.

 

Unser Tipp #1:

 

Halten Sie sich an relevante Onsite-Keywords, die Ihre potenzielle Kundschaft tatsächlich in die Suchleiste der Online-Apotheken eingeben. Dass diese ganz anders als ihre Google-Suchen sind, haben Sie bereits oben gelernt. Mit der Search Visibility erhalten Unternehmen leistungsstarke Tools zur Analyse und Optimierung ihrer digitalen Regalflächen. Wöchentlich aktualisierte Onsite-Suchbegriffe, Trendindikatoren und individuelle Marktanalysen ermöglichen eine datenbasierte Entscheidungsfindung und helfen, langfristige Marktchancen besser zu nutzen.

 

Unser Tipp #2:


Zudem sollten Sie die Stärken valider Marktdaten nutzen. Setzen Sie dazu auf ein starkes OTC-Panel mit entsprechender Marktabdeckung. Eine Kombination aus hochgerechneten Transaktionsdaten der führenden Versandapotheken und präzisen Marktdaten ermöglicht es, Trends frühzeitig zu erkennen und Wettbewerbsvorteile zu sichern.

 

Unser Tipp #3:

 

Dabei ist es essenziell, eine Datenquelle zu nutzen, die auch die wachsende Bedeutung von Apotheken-Apps berücksichtigt. Aufgrund des eRezepts und des Trends zu Mischwarenkörben greifen immer mehr Verbraucher*innen auf die Apps der Apotheken zurück. Viele traditionelle Datenquellen und Analysetools erfassen diesen Traffic nicht adäquat. Daher ist ein starkes Panel gefragt, das nicht nur Projektionen, sondern auch reale Transaktionsdaten aus den relevanten digitalen Kanälen einbezieht. Nur so lassen sich Marktbewegungen vollständig abbilden und strategische Entscheidungen auf einer verlässlichen Datenbasis treffen.

 

In diesem Sinne - Bleiben Sie gesund!

Alle Artikel